Lebendfutter

Nein, Antennenwelse der Gattung Ancistrus brauchen kein Lebendfutter, ebensowenig die Tropheus aus dem Tanganjikasee. Für die meisten anderen Fische ist Lebenfutter eine wichtige Bereicherung des Speiseplans, und manche Fische oder auch viele Jungefische können ohne Lebendfutter kaum existieren.

Deshalb werden hier verschiedene Arten von Lebendfutter vorgestellt. Natürlich ist die Liste nicht vollständig.

In der Vereinsanlage bei Gochsheim gibt es fast während des gesamten Jahres nahrhaftes Lebendfutter. Der Verein stellt den passenden Kescher bereit.

Wasserflöhe

gibt es die meiste Zeit in unterschiedlichen Mengen in unserer Vereinsanlage. Sie werden von den meisten Fischen gerne gefressen. Allerdings können Wasserflöche recht groß werden, deshalb lohnt es sich, einen Siebsatz für Lebendfutter anzuschaffen und die Krebschen nach Größe zu sieben. Die Haltbarkeit der Wasserflöhe ist sehr stark von der Temperatur abhängig. Wenn es im Sommer richtig heiß ist, halten sich die Wasserflöhe im Eimer leider nicht lange.

Wasserflöhe sind kleine Krebschen der Gattung Daphnia.

Wasserfloh aus unserer Vereinsanlage, mittels eines Mikroskops fotografiert,

Hüpferlinge – Cyclops

kann man vor allem in den kühleren Monaten bei uns in der Vereinsanlage fangen. Sie stehen deutlich seltener als Daphnien zur Verfügung. Auch Cyclops sind ein sehr gutes Lebendfutter, das vor allem auch von kleineren Fischen sehr gerne gefressen wird. Auch hier lohnt es sich, das Lebendfutter mit einem Siebsatz nach Größe zu sortieren. Cyclops halten sich im Eimer länger als Daphnien.

Weiße Mückenlarven (Glassstäbchen)

kann man vor allem in der kühleren Jahreszeit bei uns in der Vereinsanlage fangen. Allerdings ist der Fangerfolg recht wechselhaft. Es scheint so zu sein, dass sich die Weißen Mückenlarven in nennenswerten Mengen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Stellen der Becken aufhalten, evtl. auch in unterschiedlichen Tiefen. Dieses Lebenfutter gilt als besonders wertvoll und wird von den meisten Fischen sehr gern gefressen. Die Bewegungen der Tierchen lösen vermutlich einen Fangreiz aus. Keine Sorge: Die geschlüpften Mücken stechen nicht!

Weiße Mückenlarve, daneben sind noch einige Wasserflöhe zu entdecken.

Schwarze Mückenlarven

Schwarze Mückenlarven sind ein ganz hervorragendes Futter, besonders für Oberflächenfische. Sie stehen im Ruf, Laichansatz und Laichbereitschaft zu erhöhen. Allerdings sind unter diesem Begriff die Larven ganz verschiedener Stechmücken zusammengefasst. Es stechen zwar nur die Weibchen, doch das ist unangenehm genug. Viele der Stechmücken übertragen zudem Krankheiten.
Stechmückenlarven findet man in Regentonnen, in Eimern, die im Garten auszuleeren man vergessen hat, in fast jeder kleinen Wasseransammlung. Die Larven, aber auch die Puppen müssen zur Wasseroberfläche schwimmen, um Luft zu atmen. Daher kann man sie leicht keschern. Aber Vorsicht: Zu viele schwarze Mückenlarven oder sogar Puppen sollte man nicht ins Aquarium bringen, sonst gibt es Mückenstiche!

Artemia-Nauplien

Artemia-Nauplien kann man leicht in Salzwasser züchten. Dafür gibt es praktische Behälter, die an die Wand des Fischkellers montiert und mit einer Durchlüfterpumpe betrieben werden. Die Durchlüftung ist unverzichtbar. Zudem braucht man Salzwasser. Als Seewasseraquarianer nehme ich etwa 2/3 Seewasser aus dem Aquarium und 1/3 Leitungswasser. Die Artemia-Nauplien schlüpfen bei mir nach etwa 48 Stunden. Die Artemia-“Eier” – in Wirklichkeit sind es verkapselte mehrzellige Zysten – kann man im Handel kaufen. Achtung: Es gibt riesige Qualitätsunterschiede, was sich vor allem in der Schlupfrate zeigt. Wir kaufen immer eine große Dose, füllen sie zum Teil in kleine Behälter ab. Was nicht schnell benötigt wird, wandert in die Tiefkühltruhe. Dort halten sich die Artemia-“Eier” hervorragend. Aber Achtung: Beim Umfüllen dürfen die Artemia-“Eier” nicht gefroren sein, sonst ziehen sie Wasser an, und die Schlupfrate sinkt dramatisch! Leider kann man es nicht bestreiten: Beim Entnehmen der Nauplien stinkt das Wasser erheblich. Deshalb werden die Artemia-Nauplien auch im Sieb durchgespült.

Zwei Zuchtgeräte für Artemia. An der orangenen Farbe erkennt man gut, dass die Nauplien viel beta-Carotin enthalten. (Foto: Günter Schneider)

Artemia-Nauplien sind das Hauptfutter für viele Jungfische, werden aber auch von ausgewachsenen kleineren Fischen gierig gefressen.